Gebäudezertifizierung Hub / Anforderungen & Nachweise
ANFORDERUNGEN & NACHWEISE
DGNB Gold: Anforderungen verstehen und Nachweise rechtzeitig planen
Für DGNB Gold im System Gebäude Neubau sind mindestens 65 Prozent Gesamterfüllungsgrad und jeweils mindestens 50 Prozent in der ökologischen, ökonomischen sowie soziokulturellen und funktionalen Qualität erforderlich. Zusätzlich gelten die Voraussetzungen und Mindestanforderungen der für das Projekt maßgeblichen Systemversion.
65 Prozent Gesamtbewertung allein reichen nicht aus.
Mindestanforderungen und Themenfeldschwellen separat prüfen.
Nachweise müssen zum maßgeblichen Plan- oder Ausführungsstand passen.

In diesem Artikel
Welche Anforderungen gelten für DGNB Gold?
Auf welche Gebäude und Versionen bezieht sich das?
Warum die Mindestanforderungen zuerst geprüft werden
Von der Zielstufe zur Arbeitsmatrix
Planung und tatsächliche Ausführung zusammenhalten
Was tun, wenn das Gold-Ziel knapp wird?
Wie passen Klimarisiko, Klimaschutz und Biodiversität dazu?
Welche Unterlagen Sie für die erste Prüfung bereithalten sollten
DGNB Gold mit therm-ings vorbereiten
Welche Anforderungen gelten für DGNB Gold?
Die DGNB bewertet mehrere Themenfelder. Ein sehr gutes Ergebnis in einem Bereich kann fehlende Mindestqualität in einem anderen Bereich nicht beliebig ausgleichen. Für Gebäude Neubau gelten die folgenden Auszeichnungsschwellen. Sie sind keine Prozentangaben zum Energiebedarf oder zur CO₂-Einsparung.
Auf welche Gebäude und Versionen bezieht sich das?
*Die Hauptthemenfelder in der Tabelle sind ökologische Qualität, ökonomische Qualität sowie soziokulturelle und funktionale Qualität. Zusätzlich sind die Kriterien und Voraussetzungen der maßgeblichen Systemanwendung zu erfüllen. Die Tabelle beschreibt die Auszeichnungslogik für Gebäude Neubau und darf nicht ungeprüft auf jede DGNB-Anwendung übertragen werden.
Für ein konkretes Projekt brauchen Sie eine eindeutige Zuordnung von Gebäude, Nutzung, Systemanwendung und Version. Bei Wohngebäuden kann beispielsweise eine eigene Systemvariante in Betracht kommen. Schreiben Sie diese Zuordnung auf die erste Seite Ihrer Projektunterlagen. So bearbeiten alle Beteiligten dieselbe Aufgabenstellung.
Wenn Ihr Projekt bereits angemeldet wurde, halten Sie auch das Datum und die zugehörige Version fest. Eine neue Vorlage aus einem anderen Projekt ist nur dann hilfreich, wenn ihre Inhalte zur aktuellen Aufgabenstellung passen.
Warum die Mindestanforderungen zuerst geprüft werden
Im DGNB System Gebäude Neubau, Version 2023.2, nennt die DGNB unter anderem Mindestanforderungen zur Lebenszyklus-Treibhausgasbilanz und zum Ausstiegsplan für fossile Energieträger, zur Innenraumluftqualität sowie zu einer Klimagefahrenanalyse. Dabei gelten nutzungsprofilspezifische Regelungen; bei der Innenraumluft nennt die Übersicht Ausnahmen für Industrie und Handel. Verbindlich ist der jeweilige Kriterienkatalog.
Unsere Empfehlung für die Projektsteuerung: Führen Sie diese Voraussetzungen in einer eigenen Liste. Eine Punkteübersicht und eine Liste zwingend zu erfüllender Anforderungen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Erstere zeigt das voraussichtliche Ergebnis, letztere die Bedingungen, die gesondert im Blick bleiben müssen.
Für jede offene Voraussetzung sollten die erforderliche Entscheidung, der Nachweis und der Verantwortliche benannt sein. Ein grüner Status wird erst vergeben, wenn die zugrunde liegende Information tatsächlich vorliegt. „Wird später erledigt“ ist noch kein belastbarer Nachweis.
Von der Zielstufe zur Arbeitsmatrix
Eine Zielstufe wird erst durch konkrete Arbeitsschritte planbar. Wir empfehlen, das Zertifizierungsziel in eine gemeinsame Matrix zu übersetzen. Diese kann übersichtlich bleiben, wenn jede Zeile eine konkrete Aufgabe enthält und Dokumente eindeutig referenziert werden.
Diese Übersicht ist eine Arbeitshilfe von therm-ings und keine vollständige DGNB-Kriterienliste. Die Auswahl und Tiefe der Nachweise werden anhand des Nutzungsprofils und der Systemversion festgelegt.
Planung und tatsächliche Ausführung zusammenhalten
Eine Berechnung kann fachlich sauber sein und dennoch nicht mehr zum Projekt passen. Wenn sich Bauteilaufbauten, Technik oder Nutzung ändern, müssen die betroffenen Nachweise betrachtet werden. Die DGNB verlangt aktuelle beziehungsweise plausibel weiterhin relevante Nachweise.
Legen Sie deshalb einen einfachen Änderungsablauf fest: Änderung beschreiben, betroffene Unterlagen benennen, Verantwortliche informieren, Anpassung prüfen und den neuen Stand ablegen. Das hilft sowohl bei einer kleinen Materialänderung als auch bei einem größeren Entwurfswechsel.
Ein Versionsdatum allein reicht für diese Abstimmung nicht. Sinnvoll ist ein kurzer Vermerk, was sich geändert hat und welche anderen Unterlagen davon berührt werden. So kann das Planungsteam Zusammenhänge erkennen, ohne jede Datei vollständig neu lesen zu müssen.
Was tun, wenn das Gold-Ziel knapp wird?
Wir empfehlen zunächst eine sachliche Bestandsaufnahme. Trennen Sie belegte Bewertungen von Annahmen. Prüfen Sie, welche Positionen noch offen sind und wie belastbar die angesetzten Ergebnisse tatsächlich sind. Erst danach lässt sich entscheiden, ob Unterlagen fehlen oder ob eine Planungsänderung nötig ist.
Ein fiktives Beispiel: Eine Bewertung wirkt ausreichend, beruht aber teilweise auf noch nicht bestätigten Produkteigenschaften. Gleichzeitig fehlt die abschließende Entscheidung zu einem Komfortthema. Die erste Aufgabe ist dann, die offenen Informationen zu beschaffen und die Bewertung zu aktualisieren. Ein pauschaler Einkauf weiterer Maßnahmen wäre ohne diese Klärung wenig zielgerichtet.
Besprechen Sie mögliche Varianten mit den jeweils zuständigen Fachplanern. Bewerten Sie Aufwand, Auswirkungen auf andere Qualitäten und Terminfolgen gemeinsam. Eine bestimmte Maßnahme lässt sich nicht allein aus dem Begriff DGNB Gold ableiten. Dieses Vorgehen ist eine Planungsempfehlung und kein Versprechen, dass eine Auszeichnungsstufe nachträglich erreichbar ist.
Wie passen Klimarisiko, Klimaschutz und Biodiversität dazu?
Diese Themen werden im Projekt oft gemeinsam besprochen, beantworten aber unterschiedliche Fragen. Eine Klimarisikoanalyse untersucht die Verwundbarkeit gegenüber physischen Gefährdungen am Standort. Ein Klimaschutzfahrplan strukturiert den Weg zur Verringerung von Emissionen. Eine Biodiversitätsstrategie betrachtet die ökologische Entwicklung von Gebäudeumfeld und Freiflächen.
Welche dieser Leistungen für Ihr Zertifizierungsziel benötigt werden und wie sie abzugrenzen sind, wird anhand der konkreten Anforderungen bestimmt. Für die Anfrage ist hilfreich, ob Sie einen einzelnen Nachweis, eine Ergänzung vorhandener Unterlagen oder eine abgestimmte Begleitung wünschen.
therm-ings bietet diese Leistungen als einzeln vereinbarte Bausteine an. Besteht bereits eine Auditführung, können wir abgegrenzte Aufgaben übernehmen und die Schnittstellen mit dem zuständigen Büro klären. Auch eine White-Label-Zusammenarbeit ist möglich.
Welche Unterlagen Sie für die erste Prüfung bereithalten sollten
Beginnen Sie mit dem aktuellen Planstand und dem bisherigen Zertifizierungsziel. Wenn bereits eine Bewertung vorliegt, ergänzen Sie diese einschließlich offener Punkte. Je nachvollziehbarer der Stand, desto gezielter lässt sich der nächste Bearbeitungsschritt festlegen.
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Projektbeschreibung, Nutzung, Flächen und maßgebliche Systemversion.
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Vorliegende Zielvereinbarung und Bewertung mit offenen Anforderungen.
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Aktuelle Planung sowie bereits erstellte Fachnachweise.
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Liste wesentlicher Änderungen seit der letzten Bewertung.
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Ansprechpartner und Termine für noch fehlende Entscheidungen.
DGNB Gold mit therm-ings vorbereiten
Wenn Sie das Gold-Ziel erreichen oder die vorhandene Nachweisplanung strukturieren möchten, beschreiben Sie Ihr Projekt im Online-Kostencheck. Wählen Sie die vollständige Begleitung oder die benötigten Einzelleistungen entsprechend Ihrer Aufgabenstellung.
Wir prüfen die Projektangaben und stimmen mit Ihnen ab, welche Unterstützung sinnvoll ist. Das Ergebnis ist ein abgegrenzter Leistungsumfang mit nachvollziehbaren Schnittstellen. Über die abschließende Zertifizierung entscheidet die zuständige Zertifizierungsstelle.
Quellen & Bearbeitungsstand
Quellen geprüft am 05.10.2026. Empfehlungen zur Projektorganisation sind redaktionelle Einordnungen von therm-ings..
Ihre Fragen.
Unsere Antworten.
Ihr Zertifizierungsprojekt konkret planen
Wir unterstützen Ihr Planungsteam bei der Begleitung und bei abgegrenzten Fachnachweisen. Beschreiben Sie uns Ihren aktuellen Projektstand.